Geschichte der Friedenskirche   

Wie ein großes Zelt

„Gott, dein guter Segen ist wie ein großes Zelt“, heißt es in einem der neuen evangelischen Lieder. Wie ein großes Zelt steht die Evang.- Luth. Friedenskirche im Westen Ansbachs. Eingeweiht wurde sie am 10. Juli 1966, dem  5. Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest. Von außen, vor allen von der Crailsheimstrasse oder der Schalkhäuser Straße, wirkt sie freundlich und einladend: die quadratisch Kirche, der Turm sowie das Pfarr- und Mesnerhaus sind mit rotbraunen Wald- sassener Hartbrandsteinen verkleidet; das Dach - in Form eines Faltdaches - ist mit Kupfer-

platten abgedeckt. Wenn man die Kirche betritt, ist der Eindruck ähnlich ruhig und freundlich; die Wände sind in Sichtmauerwerk mit rotbraunen Backsteinen ausgeführt; der Fußboden ist mit roten Klinkersteinen für die Gehflächen ausgelegt; die Fächerdecke ist mit Holzriemen verkleidet. 96 Kristall- Kugelklampfen schmücken als doppelreihiger Lichterkranz die Kirche. Die Glasfenster sind von dem Pariser Glasmaler Max Ingrand geschaffen: Blasse Farbtöne im Osten, warme Rot- und Brauntöne im Süden, das Gelb der untergehenden Sonne überwiegt im Westfenster; im Norden deuten Blautöne die Nacht an. Über allem ein Netz von Linien und Punkten: Lebenslinien mit Höhepunkten als Hinweise auf die Vollendung.

Aus der Geschichte der Friedenskirche

In den fünfziger Jahren entstand im Westen Ansbachs, beiderseits der Feuchtwanger Strasse, ein neues Wohngebiet. Die evangelischen Christen dieses Stadtteils gehörten zum 3. Sprengel der St. Johannisgemeinde. Zusammen mit den Evangelischen in der Gartenstadt und im Dombachtal umfaßte der Sprengel etwa 3.700 Gemeindeglieder. Da die Entfernung zur Johanniskirche verhältnismäßig weit ist, reifte der Entschluss, hier ein eigenes Gemeindezentrum zu schaffen. Auf die Initiative von Pfarrer Seiß, von der Gemeinde St. Johannis, hin beantragte die Evang.-Luth. Gesamtkirchenverwaltung Ende 1959 beim Landeskirchenamt in München die Genehmigung zum Bau eines Gemeindezentrums nördlich der verlängerten Crailsheimstraße. Nachdem der Landeskirchenrat seine Zustimmung gegeben hatte, konnte Anfang 1964 mit dem Bau begonnen werden. Am 30. Mai 1964 wurde der Grundstein gelegt. Am 10. Juli 1966 konnte Oberkirchenrat Koch die Kirche weihen und der Gemeinde übergeben.

1967 wurden in Heilbronn die fünf Glocken der Friedenskirche gegossen, entsprechend einem Vorschlag von Kirchenmusikdirektor Otto Meyer, Ansbach, die folgendermaßen gestimmt sind: die große Glocke „Friede“, a; die Glocke „Glaube“, h; die Glocke „Liebe“, cis; die Glocke „Hoffnung“, e; und die kleinste Glocke „Freude“, fis.

Die Orgel wurde, ebenfalls nach Entwürfen von Otto Meyer, von der Firma Ott in Heppenheim als Schleifwindladenorgel gebaut, mit zwei Manualen, einem Pedal und insgesamt 19 Registern. Sie wurde am Reformationsfest 1970 eingeweiht. Der Landeskirchenrat beschloss am 9. August 1967 die Errichtung einer eigenen Gemeinde Ansbach - Friedenskirche mit zwei Pfarrstellen. 1968 wurde dann der erste Kirchenvorstand der neuen Gemeinde gewählt.

Die Einrichtung der Kirche

Altar, Kanzel und Taufstein der Friedenskirche sind vom Ansbacher Bildhauer Roland Vogel aus einheimischen Jurakalkstein geschaffen und nur ganz sparsam mit Ornamenten verziert; die Tischplatte des Altars ziert ringsum eine Wellenlinie, die symbolisch die Höhen und Tiefen des Lebens darstellt. Sie ruht auf zwei Steinen, geschmückt mit Ähren, die auf das Brot des Abendmahls hinweisen, gebacken aus vielen Körner - Einheit in versöhnter Verschiedenheit.

Auf Stein und Holz der kleinen, gemeindenahen Kanzel finden sich die Lebenslinien der Glasfenster wieder: auch hier Linien, die aufstreben zur Vollendung: manches Leben kommt früh, manches spät zur Vollendung. Der Taufstein ist eine offene Halbkugel, die bei der Taufe mit dem Wasser des Lebens gefüllt wird. Sie ruht auf vier, miteinander verbundenen Pfeilern, die an die vier Evangelien erinnern; durch sie kennen wir Jesus Christus. Das Kreuz hinter dem Altar und die sechs Leuchter wurden von Pfarrer Zorn geschaffen; aber nicht der leidende, sterbende Jesus ist am Kreuz zu sehen, sondern der lebendige Herr, der als der Gekreuzigte und Auferstandene wiederkommen wird als Herr der Welt und als Erlöser aller Menschen.